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12.04.2006; Bericht 9 Ball Grand Prix Open 2006

Bericht von Pascal Nydegger; Fotos von Roland Kurz

Der erste 9 Ball Grand Prix Open in der Billardgeschichte der Stadt Biel ging vom Dienstag 4.4. bis Sonntag 9.4.2006 erstmals über die Bühne und dies mit vollem Erfolg was die folgenden Zahlen widerspiegeln:

Nach 224 Anmeldungen nahmen definitiv 208 Billardsportler am Turnier teil, im Vorfeld sowie während des ganzen Anlasses konnten TV- und Print- Medien wie "Das Bieler Tagblatt", Journal du Jura, Radio Canal 3, Online Livestream von RedMouse, Regional-TV TeleBilinque und zu allerletzt sogar das nationale Schweizer Fernsehen SF DRS mobilisiert werden. Auf der Website www.swissbillard.ch konnten pro Tag durchschnittlich über 1000 Klicks verzeichnet werden und im Le Pavillon wurden zu Spitzenzeiten über 250 Zuschauer gezählt welche hoch begeistert die Spitzenspieler aus den In- und Ausland bis zum Schluss verfolgten und anfeuerten.

Am Montag den 10.04.2006 wird im SF 2, in der Sendung Sportpanorama eine Reportage über den GPO ausgestrahlt welche hauptsächlich mit Dimitri Jungo aufgenommen wurde. Weiter wird am Dienstagabend in der Sendung Rendevouz auf dem TeleBilinque eine tolle Reportage mit Tony Drago, den Qualis in der Billardhalle und einigen Nachwuchsspieler des PBC Biels ausgestrahlt! Weitere Nachlese-Artikel erscheinen in dieser Woche in den regionalen Zeitungen von Biel/Bienne.


Die Qualifikationen

Am Dienstagabend den 4.4.2006 war es endlich soweit. Der erste 9 Ball Grand Prix in der Geschichte von Biel/Bienne wurde in den beiden Billardcentern gestartet. Das Teilnehmerfeld war an diesem Tag mit 39 Spielern zwar noch ein bisschen rar und doch konnten spannende Spiele verfolgt werden. So waren es Marcel Meier (Biel), Andreas Bucher (Biel), Markus Lehmann (Biel) und Adolf Hardegger (Zürich) wessen den Abend zu einem Bieler-Abend machten was den Bieler Organisation und Medien natürlich um so mehr Freude bereiteten.

Der erste Abend ging allerdings nicht ganz ohne Pannen über die Bühne und man musste sofort aus den gemachten Fehlern für die nächsten Tage lernen. So wurde leider in beiden Hallen durch Abmeldungen die Setzliste durcheinander gebracht und nicht sauber nach geführt, dies führte dann zu unglücklichen Forfait-Begegnungen auf zwei Tableaus wovon in der Folge einige Spieler bevor- und benachteiligt wurden. Unglücklicherweise traf es hierbei gleich einige Spieler aus der Westschweiz an diesem Dienstagabend, bei dessen sich das GPO – OK herzlich entschuldigen und für das faire sportliche Verhalten danken möchte. Es kam zu keinen grossen Diskussionen und zum Schluss des Abends gewannen schlussendlich doch die besten Billardsportler die Tableaus, was zwar positiv ist, aber die gemachten Fehler keineswegs entschuldigt.

Weiter ging es dann fehlerfrei die ganze Woche mit weiteren 12 Qualifikationen, wobei sich die Anmeldelisten Tag für Tag durch zahlreiche An- und Abmeldungen veränderte, und so pendelte sich die endgültige Teilnehmerzahl bis am Freitag Abend bei genau 192 Turnierspielern ein, welche ergänzt mit den 16 gesetzten Spieler im Hauptfeld eine stolze Gesamtteilnehmerzahl von den bereits erwähnten 208 Spielern ergab.

In den weiteren 12 Qualifikationen konnten sich noch folgende Spieler qualifizieren: Ziebold Peter (Solothurn), Michalopoulos Nik (La Chaux de Fonds), Bühler Marc (Bern), Candrian Uorsin (Winterthur), Perisset Pascal (Zürich), Bruderer Roger (St. Gallen), Zobrekis Klaus (Baden-Württemberg, GER), Ayas Murat (Biel/Bienne, gestartet für die Türkey), Regli Ronald (Zürich), Fulcher Jonny (Genf), Krasniki Fadil E. (Waadt), Travers Laurent (Frankreich).

Das Quali-Highlight konnte am Donnerstag Abend in der Billardhalle beobachtet werden wobei sich der deutsche Top-Spieler Klaus Zobrekis gegen den österreicher Peter Ingo mit 7-5 zur Finalqualifikation durchsetzte. Trotz 4-0 Vorsprung von Zobrekis kam Ingo nochmals auf 4-4 ran und konnte das Spiel auf höchstem Niveau neu lancieren. Es reichte dann zum Schluss aber doch nicht ganz zu einem Sieg für den österreicher aus.


Mit Events ins Wochenende

Gestartet wurde das Wochenende mit Events rund ums Poolbillard. Ziel war es, möglichst viele Leute aus der Bevölkerung ins Le Pavillon einzuladen um Ihnen das Poolbillard näher zu bringen so zu sagen eine Einführung für den Sonntag. So begann man am Samstagmittag um 12.00 Uhr mit den SBV – Einführungsvideo gefolgt von einem Billardanlass mit Behinderten, Trainingsspiel mit Jugendlichen sowie der improvisierten Trickstossshow angeführt von Hanspeter Kolb und gefolgt von den Schweizer Top Spielern Jungo, Tschudi und Furrer. Am Abend folgte darauf ein Herausforderungsanlass mit Prominenten und Spitzenspieler wobei natürlich auch der Stadtpräsident Hans Stöckli nicht fehlte. über den ganzen Tag hinweg musste man sich leider eingestehen, dass nicht alle Anlässe gefragt wurden. Am besten und bis zur Hälfte besetzt waren die Zuschauerränge beim Jugendanlass wessen viele Angehörige dazu motivierte die jungen zu unterstützen in ihren Billardsport-Aktivitäten.


Am Sonntag ging nun die Post ab!

Dies war wahrlich so, denn jedes Horrorszenario wurde dementiert und dies bereits schon um 10.00 Uhr Morgens, denn bereits um diese Zeit waren die Hälfte der Zuschauerränge gefüllt und Billardbegeisterte aus der ganzen Schweiz reisten zusammen mit Angehörigen nach Biel/Bienne um die Spitzenspieler zu unterstützen. Und so kam es, dass um 12.00, zur zweiten Runde, über 240 Leute im Le Pavillon platz nahmen. Die Atmosphäre atemberaubend und die Spieler in Hochform, was wollte man da noch mehr.

Extra angestellt vom GPO OK wurden zudem der Ex-TeleBilinque Moderator, John Ivan-Claude in Begleitung von Rahel Burri (CreaProducts) welche die Zuschauer prächtig in Deutsch, Französisch und Englisch unterhielten, die 8 Scheidsrichter der Sektion Pool welche professionell dafür sorgten dass den ganzen Tag in den Partien keine Diskussionen aufkamen, dann kam CreaProduct mit dem Partner Swissbillard wessen für einen reibunglosen technischen Turnierablauf einstanden, RedMouse von der Firma Gassman AG die einen LiveStream auf die Swissbillard – Seiten zauberten, Sport 64 in Zusammenarbeit mit der Billardhalle und dem Billardcenter diese die 8 Finaltische zur Verfügung stellten, die Firma Nüssli AG welche die ganzen Sitzplätze aufbauten, das Restaurant 3 Tannen die das gesamte Catering übernahmen, natürlich die Firma Badertscher in Zusammenarbeit mit Mischel Hirt welche das Gebäude Le Pavillon zur Verfügung stellten und nebst allen Sponsoren, zu guter letzt, Schneider-Media mit Jörg Schneider der dafür sorgte, dass die ganze technische Infrastruktur mit Internetverkablung, Projektoren, Laptops und dem Mischpult einwandfrei funktionierend zur Verfügung standen.


Specchia als bester Schweizer auf dem 5. Rang

Als bester Schweizer Spieler konnte einmal mehr Sascha Specchia in Hochform auftrumpfen. Wärend Jungo gegen Földes (HUN), Tschudi gegen Ortmann (GER), Regli gegen Manalo (PHI), Furrer gegen Lely (NED), Ortiz gegen Chamat (SWE), Marendaz gegen Van den Berg (NED) und Fulcher gegen späteren Turniersieger Tot (HUN) mehr oder weniger klar verloren konnte Sascha Specchia mit brilliantem und fehlerfreiem Spiel den Snooker-Ex Profi sowie den wohl schnellsten Top-Poolspieler der Welt, Tony Drago aus Malta mit 11-7 bezwingen. Anfangs schien es eine leichte Aufgabe für Specchia zu sein, denn er lag ziemlich schnell mal mit 8-1 in Front, ehe der Malteser sein Können in beängstigendem Tempo vorzuführen begann. Es stand innert Kürze 8-7, doch der Lysser in diensten der LESO Zuchwil behielt die Nerven klar und nutzte die wenigen Chancen von Drago zum 11-7 Sieg. Leider schon in der nächsten Runde, im Viertelfinal stand auch Specchia seinem Bezwinger gegenüber. Es war niemand geringeres als der Ex-Weltmeister und amtierende Doppel-Europameister Oliver Ortmann aus Deutschland. Die Fehlerquote einerseits von Specchia stieg, während der deutsche Profi seine Klasse nie hat anzweifeln lassen müssen. Daraus resultierte ein klares 11-4 für den Ex-Weltmeister.

Währenddessen zogen auf den anderen Tischen, Marlon Manalo (PHI), Alex Lely (NED) und Sandor Tot aus Ungarn in die spannenden Viertelfinals ein. Die rund 250 Zuschauer, welche permanent jeden Ball beklatschten, jeden Spieler anfeuerten und eine Hexenkessel-Stimmung erzeugten wurden nun gleich nochmals belohnt. Beide Halbfinals hätten nicht spannender sein können. Die vier Spieler, Manalo gegen Lely und Tot gegen Ortmann boten Billard auf allerhöchstem Weltniveau was zu sehr wenigen Fehlern führte und so stand es fast zeitgleich nach anderthalb Stunden auf beiden Tischen 10-10. Manalo sowie Tot nutzten beide ihr Breakvorteil zu einem As und beendeten ihr Spiel mit 11-10 zum Finaleinzug.

Ungarn gegen die Philippinen, Sandor Tot (Bild links) gegen Marlon Manalo (Bilder rechts unten) hiess also das ersehnte Finale des 1. 9 Ball Grand Prix Open in Biel/Bienne welches immer noch von über 200 Zuschauern im Le Pavillon mit Spannung verfolgt wurde. Zu verfolgen war ein Ungare in Höchstform und ein Philippine dem langsam die Müdigkeit ein wenig anzumerken war. Tot spielte den Philippinen Manalo regelrecht an die Wand, bevor Manalo erstmals richtig ins Spiel eingreifen konnte, stand es bereits 5 oder 6 zu 1. Daraufhin folgten 2-3 Fehler von Manalo auf welche immer wieder ein Raunen durchs Publikum ging. Sandor Tot nutzte im Wechselbreak auf 11 Siege beinahe jeder Breakvorteil zu einem As aus und gewann das Finale klar mit 11-4 und somit das Turnier mit der stolzen Preissumme von 5000.- Franken.


Begeisterte Top Spieler

"This is the best Tournament of my Life" sind die Worte die der ungarische Turniersieger Sandor Tot bei der Preisverleihung von sich gab und der Deutsche Doppel Europameister Oliver Ortmann meinte: "Hier kann sich ganz Deutschland eine Scheibe davon abschneiden, dieses Turnier war einmalig"! Was für ein Kompliment für das OK des 9 Ball GPO’s welches nun bereits schon am nächsten Tag an der Planung des nächsten Jahres arbeitet.





Schlusswort

In so einem Bericht braucht es doch ein Schlusswort! Nun ja, ich möchte dieses nun wie folgt formulieren! Ich (Pascal Nydegger) wurde vom Bielertagblatt in einem Interview gefragt, ob dies jetzt den lang ersehnten Billardboom auslösen wird und ich antwortete darauf: Ich glaube dies ist mit Vorsicht zu geniessen, aber wenn wir wie am vergangenen Wochenende ALLE ZUSAMMEN so weiter arbeiten, dann sind wir definitiv auf dem richtigen Weg was zu bewegen in der Billardsportwelt. Es braucht meines Erachtens einfach weiterhin viel Arbeit, jedoch sind wir in den letzten Jahren und Monaten ein grosser Schritt dem Ziel näher gekommen dass die Billardsportler der Schweiz die Anerkennung für ihre Leistungen bekommen die sie verdienen. Des Weiteren möchte ich als Billardsportler dem Mario Ugolini und dem ganzen GPO-OK und allen Sponsoren für die Mühe und für dieses einmalige Turnier danken. Es gibt bestimmt einiges zu lernen und einige Kritikpunkte ab zu arbeiten, doch diese Erstausgabe, vor allem der Finaltag, hat meines Erachtens alles übertroffen was ich im Billardsport bereits gesehen habe.

 

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